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Leitbild von GLOBE Schweiz

Ausgangslage

GLOBE Schweiz ist ein Verein nach Schweizer Recht und wurde 2009 auf Initiative des Bundesamtes für Umwelt gegründet. Der Verein GLOBE Schweiz setzt den im Staatsvertrag von 1998 festgelegten Leistungsauftrag um. Mit seinem internationalen, naturwissenschaftsbasierten und fächerübergreifenden Umweltbildungsprogramm bewegt sich GLOBE Schweiz in der Schnittmenge zwischen Naturwissenschaften und Umweltbildung. Die Programme sind an die Lehrpläne angepasst und lassen sich problemlos im Bereich Naturwissenschaft und Technik integrieren. Im Weiteren lassen sich thematisch eigenständige Programme an die Lehrpläne ankoppeln. Somit wirkt GLOBE einerseits mit seinen Lehr- und Lerngelegenheiten in den Lehrplänen, andererseits ergänzen gewisse Themen von GLOBE den Lehrplan. GLOBE Schweiz nimmt somit die Position „Naturwissenschaften als Beitrag zur Umweltbildung“ ein.

aussicht1. Vision (Positionierung)

  1. GLOBE ist eine weltweite Gemeinschaft von SchülerInnen, LehrerInnen, WissenschafterInnen und Bürgern, die zusammenarbeiten, um die Umwelt besser zu verstehen, sie zu erhalten und schützen – auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene.
  2. GLOBE ist ein internationales, naturwissenschaftsbasiertes und fächerübergreifendes Umweltbildungsprogramm, das über GLOBE Schweiz national in allen Sprachregionen umgesetzt und mit Schweiz spezifischen Programmen ergänzt wird.
  3. Die fachdidaktisch aufbereiteten GLOBE Angebote lassen sich auf allen Schulstufen (Kindergarten,Unterstufe, Mittelstufe, Sekundarstufe I und II) an die Lehrpläne anbinden (z.B. Lehrplan 21, Plan d’étude romand PER). Sie können aber auch als überfachliche Angebote an die Lehrpläne gekoppelt werden. Angesprochen werden in erster Linie Lehrpersonen.
  4. Das GLOBE Programm fördert durch die problembezogenen, erkundend-erforschenden Ansätze auf jeder Schulstufe handlungs- und sachorientierte Kompetenzen (knowledge, skills, attitudes) und ist damit im Bereich Umwelt auf nationaler Ebene in der Schweiz einzigartig. Es leistet durch die Stärkung wichtiger überfachlicher Kompetenzen auch einen Beitrag ans systemische Denken, an die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.
  5. GLOBE fördert die Integration von Informations- und Computertechnologien in den Umweltunterricht.
  6. GLOBE Schweiz ist ein «Facilitator» im Dialog zwischen Forschung (Hochschulen, Bundesforschungsinstitutionen) und Bildung (Pädagogische Hochschulen, Schulen) und hilft damit den Wissensstau abzubauen. Damit trägt das GLOBE Programm auch zur Nachwuchsförderung im Bereich Naturwissenschaften bei.
  7. GLOBE Schweiz setzt das internationale GLOBE-Umweltbildungsprogramm mit Hilfe exzellenter Partnerinstitutionen aus Bildung, Forschung und Verwaltung in der Schweiz um und garantiert so die Qualität des Angebots.
  8. GLOBE Schweiz wird als nationaler und internationaler Keyplayer in der naturwissenschaftsorientierten und lehrplannahen Umweltbildung für Schulen aller Stufen wahrgenommen.
  9. Bei der Finanzierung setzt GLOBE Schweiz als Nonprofit-Organisation auf einen Sockelbeitrag des Bundes und auf die Zusatzfinanzierung durch Private. Dies entspricht dem klassischen Modell der Public Private Partnership (PPP).

2. Mission (Auftrag)

Der Verein GLOBE Schweiz ist eine Nonprofit-Organisation und hat folgende Mission:

  1. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) initiiert 2009 die Gründung des Vereins GLOBE Schweiz für die Umsetzung des im Staatsvertrag zwischen der Schweiz und den USA (Agreement for Cooperation in the GLOBE Program vom 22. April 1998) genannten internationalen GLOBE Umweltbildungsprogramms. Das UVEK verpflichtet sich im Staatsvertrag Schweizer Schulen für das Programm zu rekrutieren, an das Programm angepasste Schulmaterialien zu entwickeln, Lehrpersonen zu schulen, die technische Ausrüstung für die wissenschaftlichen Messungen zu prüfen, das Programm national zu kommunizieren, die Landeskoordination für das Programm zu gewährleisten und die Aktivitäten der GLOBE Schulen periodisch zu evaluieren und der internationalen GLOBE Koordination zu übermitteln.
  2. Alle Aufgaben wurden 2009 vom UVEK an den Verein GLOBE Schweiz übertragen.
  3. Entwicklung und Durchführung an die Schweiz angepasster Umweltbildungsprojekte im Rahmen des internationalen GLOBE-Umweltbildungsprogramms mit dem Zweck der Förderung der internationalen GLOBE-Ziele (im Sinn der Scientific Literacy):
    • Leistungsverbesserung der Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen im Bereich der Erdsystemwissenschaften (Earth System Sciences) im Rahmen des jeweils gültigen Lehrplans und mit Schwerpunkt auf forschungsorientiertem Arbeiten und erforschendem Lernen (Science as Inquiry).
    • Förderung des Bewusstseins und der Handlungsmöglichkeiten der und des Einzelnen in der ganzen Welt zu Gunsten unserer Umwelt. Damit werden Multiplikatoren für den nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt gewonnen.
    • Beitrag zum besseren Verständnis der Zusammenhänge im System Erde.
    • Förderung einer Generationenfolge von global und der Nachhaltigkeit verpflichteter Forscherinnen und Forscher.
    • Bessere Vernetzung der den Umweltwissenschaften, der Umweltforschung und der Umweltbildung

3. Strategien (Ziele)

  1. GLOBE Schweiz will in der Schweizer Schulbildung die Referenz für naturwissenschaftsbasierte und kompetenzorientierte Umweltbildung sein.
  2. GLOBE Schweiz geht strategische Allianzen mit den besten Partnern aus Bildung, Forschung und Verwaltung ein. Bildungsinstitutionen garantieren höchste didaktische Qualität und Kompatibilität mit Lehrplänen. Forschungsinstitutionen stehen für die wissenschaftliche Exzellenz ein. Die Verwaltung gewährt eine nationale Vernetzung und Umsetzung der Programme. GLOBE sucht die Anbindung an das neue Bildungsdepartement (via SBF und EVD), um synergistische Effekte zu nutzen.
  3. GLOBE Schweiz bietet ein dauerhaftes, den Lehrplänen entsprechende naturwissenschaftsbasierte Umweltbildung auf allen Schulstufen (inkl. Sek II). Das Grundangebot wird laufend weiterentwickelt und mit Kampagnen ergänzt.
  4. GLOBE Schweiz ist eine Schlüsselinstitution für innovative und nachhaltige Umweltbildungsprogramme auf europäischer und globaler Ebene. GLOBE Schweiz bringt sich aktiv in internationalen Gremien ein, hilft neue Programme zu entwickeln und fördert den interkulturellen Transfer von Wissens- und Bildungsangeboten. Dies garantiert GLOBE Schweiz den Zugang zu internationalen Netzwerken.
  5. GLOBE Schweiz finanziert seine übergeordneten, koordinativen Aufgaben über einen Sockelbeitrag durch den Bund und sucht aktiv nach weiteren Geldgebern für die Finanzierung der Programme (Stiftungen, Industrie, Mäzene) im Sinne von Public Private Partnership.

4. Leitbild (Werte)

  1. GLOBE leistet über die naturwissenschaftlich kompetenzorientierte Bildung einen Beitrag an überfachlichen Kompetenzen im Bereich des systemischen Denkens und der nachhaltigen Entwicklung (BNE, SD).
  2. GLOBE fördert über sein lehrplannahes und kompetenzorientiertes Angebot die Möglichkeiten, wissenschaftspropädeutische Ansätze auf allen Schulstufen zu stärken. Über die Wissenschaftspropädeutik soll auch die Scientific Literacy gefördert werden, die ihrerseits fachliche und überfachliche Handlungskompetenz umfasst (PISA, Scientific Literacy, Beitrag der Naturwissenschaften zur Allgemeinbildung).
  3. In unserer komplexen und vernetzten Welt ist es heutzutage von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie gute und sinnvolle Fragen gestellt und daraus wissenschaftliche Untersuchungen entwickelt werden. GLOBE bietet konkrete Möglichkeiten, natürlichen Phänomenen und komplexen Sachverhalten in der eigenen Umwelt erforschend-erkundend zu begegnen und so ins Themenfeld dieser wichtigen Fragestellungen einzutauchen (fragend-erkundende Haltung aufbauen, Interesse und Neugier fördern und entwickeln).
  4. GLOBE fördert im Rahmen der Lehrpläne das Erlernen von naturwissenschaftlichen Methoden- und Handlungskompetenzen. Diese beruhen auf der Erkennung und Formulierung von Fragestellungen, auf der Entwicklung und Durchführung von eigenen Untersuchungen, auf der Zusammenstellung der Resultate in einer geeigneten Form, auf der Interpretation der Resultate (Umgang mit Datensätzen, Modelle erstellen), auf der Entwicklung weiterer Untersuchungen oder entsprechender Handlungen, auf der Kommunikation der Resultate. Grundsätzlich fördert GLOBE das eigenständige Arbeiten und das gemeinsame Wirken in Gruppen (in enger Anlehnung an HarmoS+ Kompetenzmodell, insb. Lerngelegenheiten und Science as Inquiry).
  5. Über die regelmässigen naturwissenschaftlichen Forschungstätigkeiten in der Natur werden auch andere Zugänge zur eigenen Umwelt ermöglicht. So werden die Wirkung von Jahreszeiten auf die belebte und unbelebte Natur, die Vielfalt der Lebensräume sowie die Zusammenwirkung verschiedener Systeme besser erfahren und verständlich gemacht.
  6. Durch die Forschungsarbeiten auf lokaler, bei Möglichkeit auch auf regionaler und globaler Ebene lernen die Schülerinnen und Schüler, ihre Studien auf reelle Gegebenheiten in ihrer Umwelt abzustützen. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Resultate in einen grösseren Kontext zu setzen (vom lokalen Forschen zum globalen Verstehen, Earth as a system).
  7. Die Kommunikation von eigenen Resultaten unterstützt das Arbeiten mit neuen Technologien und fördert den Austausch zwischen Schulen, Ländern und Kontinenten (Sensibilität für andere Kulturen und Regionen). Das Internet dient bei GLOBE als verbindendes Arbeitsinstrument. Die Dateneingabe in öffentliche Datenbanken ermöglicht eine Vernetzung der Schulen (international und national) und fördert den Sense of Community.
  8. GLOBE ermöglicht es, im Kontakt mit der naturwissenschaftlichen Forschung eine Brückenfunktion zu übernehmen, indem es in Begleitung seiner Partner aus dem Bildungsbereich (Pädagogische Hochschulen) naturwissenschaftliches Fachwissen stufen- und bildungsgerecht aufbereitet und kommuniziert. Diese eher im Bereich der Sachkompetenz anzusiedelnden Angebote können durch das praktische Arbeiten mittels GLOBE Anleitungen (Feldarbeiten, Outdoor-Naturwissenschaften) ergänzt werden, was wiederum eine Förderung von Handlungskompetenzen garantiert. Als Gesamtpaket bieten diese Kooperationsformen eine Möglichkeit, die Scientific Literacy Ansätze zu verfolgen und zu stärken. Durch die Kontakte mit naturwissenschaftlichen Akteuren (ForscherInnen, Forschungsinstitutionen, Verwaltung) sollen die Anwendungsbereiche, Konzepte und Prozesse der Naturwissenschaften besser erkannt werden. Es soll eine respektvolle Haltung gegenüber den Naturwissenschaften aufgebaut werden, gleichzeitig aber das Wissen über den Nutzen und die Risiken erkannt sein.
  9. GLOBE Schweiz beteiligt sich aktiv am internationalen Geschehen, dies auf europäischer und auf globaler Ebene. GLOBE Schweiz prüft laufend das internationale Angebot und entscheidet, welche Elemente in der Schweiz umgesetzt werden sollen. Die Schweiz nimmt eine innovative und zukunftsorientierte Stellung ein und kommuniziert seine Erfahrungen ans GLOBE Netzwerk. GLOBE Schweiz unterstützt andere GLOBE Länder (Support letters, Materialausleihe usw.) und das GLOBE Program Office (GPO) wo möglich und sinnvoll und fordert bei Bedarf selber Unterstützung an.
  10. Der Sense of Community wird national wie auch international gelebt. Kontakte sind von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägt. Die Vielfalt des Programms (Länder, Regionen, Angebotsformen) wird als entscheidend positiver Wert anerkannt.
  11. Zielpublikum: 1. Priorität haben Lehrpersonen; zudem LehrerInnenbildung, weiterbildende Personen, Multiplikatoren, Politik und Verwaltung.
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